Das Boot von morgen

Das Boot von morgen

Auf den Frühjahrsmessen waren viele Daysailers zu sehen. Unter diesen fiel die Domani S30 besonders auf. Es handelt sich um ein belgisches Konzept nach einem Entwurf des Niederländers Peter Bosgraaf. Zusammen arbeiteten sie an dem Boot von morgen (italienisch: „domani“), das heute bereits zu segeln ist.

Hinter der neuen Marke steht Michael Goddaert, Pilot von Beruf, aber immer schon begeistert von Booten. Er hatte Pläne für ein eigenes Boot und baute zuerst eine Yacht für sich selbst. Als diese auf viel Gefallen stieß, fand er Investoren für eine verbesserte Version, die Domani 30. Das Styling ist modern, mit einem integrierten Bugspriet wie bei der Club Swan. Es ist auf regelmäßige Tages- und Wochenendtörns auf einer stilvollen Yacht ausgelegt.

Die Konstruktion ist gediegen, vor allem die Polyesterverarbeitung sieht sehr gut aus. Es gibt allerdings noch einige Details, die anders gelöst werden sollten, etwa die Ränder der Dachluke und die an ungünstiger Stelle platzierte Instrumententafel. Der Rumpf ist in Sandwichbauweise mit Schaumkern gefertigt. An festen Stellen rund um den Kiel wird Volllaminat eingesetzt.

Nach dem Vorbild erfolgreicher niederländischer Daysailers wie Saffier und Eagle wurde dem Komfort und dem Design besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Deshalb hat das Boot hinter dem Großschotsystem ein großzügiges Sonnenbett. Die Schot ist gut zu bedienen, denn das Cockpit ist groß, dabei aber trotzdem kompakt genug, um einfach alle Leinen zu erreichen. Die Decks sind mit Teak-Ersatz aus Kunststoff bedeckt und auch die Fußrelings bestehen aus diesem Material. Im Cockpit vermisst man einen Stauraum für Fallen und eventuell ein Schwalbennest für kleine Gegenstände. Mit der Carbonpinne wird der Motor bedient, ein Torqeedo Elektromotor mit 2 kW, Lithium-Akkus und Faltpropeller. Geräuschlos entwickelt das leichte Boot (ca. 1800 kg) elektrisch eine ausreichende Geschwindigkeit. Noch schöner ist, dass man für diesen Antrieb beim Segeln Strom generieren kann.

Unter Deck ist die Domani von der Einteilung einer anderen belgischen Ikone inspiriert, der Etap. Die Kajüte ist besonders hell, aber nicht allzu groß. Der Einstieg liegt über der praktisch positionierten Kühlbox unter der Treppe. Es gibt einen kleinen Kocher und vier einfache Schlafplätze. Clever ist der Tisch, dessen Tischfläche sich hochklappen lässt, damit der Blick nicht auf die einfache Toilette im vorderen Teil fällt. Im Übrigen ist das Boot luxuriös ausgeführt und das gilt auch für die Segelausrüstung. Es wurde ein Carbonmast mit Laminatsegeln von Hagoort und massiven Stagen gewählt. Die Domani hat einen Stahlkiel, der in 1,80 Metern Tiefe liegt. Später wird aber auch ein Tiefgang von 1,20 Metern angeboten. Die Standardbesegelung besteht aus einem Squarehead-Großsegel von 25 m² und einer Genua mit 110 % und 16 m². An einem Schönwettertag freut man sich vor allem über das 34 m² große Code Zero.

Im Raumwindkurs erreichten wir bei maximal 9 Knoten Wind eine Geschwindigkeit von 6,3 Knoten. Mit dem kleinsten Windhauch gleitet das Boot schon wie ein Schwan durchs Wasser. Die Domani nimmt schnell Kurs auf, ist überhaupt nicht launenhaft und sieht auch noch prächtig aus. Während alle anderen Boote im Hafen liegen, legen wir problemlos eine Segelstrecke nach der anderen zurück. Mit einem Preis von rund 100.000 € ist es ein exklusiver Daysailer für die Liebhaber von Design und Geschwindigkeit. Über die Verarbeitung machen wir uns keine Sorgen. An allem erkennen wir, dass Goddaert ein hartgesottener Perfektionist ist.

Quelle: De Telegraaf

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